Vizemeisterschaft ist ein Gewinn

4. August 2019

Die Serie war umkämpft, mit Ausnahme von Spiel 1, und die Heidenheim Heideköpfe haben sie für sich entschieden: Mit einem knappen 2:3 unterlagen die Capitals am Sonntag in Spiel 4 des Finals um die Deutsche Baseballmeisterschaft und mussten den Meistertitel wieder an Heidenheim zurückgeben. Die Köpfe ließen Spieler und Fans aber nur kurz hängen, denn die beiden Spiele vor insgesamt rund 3.200 enthusiastischen Zuschauern waren ein tolles und emotionales Topereignis und das erneute Erreichen des Finals ein Erfolg für die Bonner.

Baseball in Bonn vor vollem Haus.

„Die Fans haben in der Rheinaue trotz der Niederlagen wieder ein tolles Wochenende und vor allem heute ein spannendes Spiel erlebt. Das war wieder Werbung für den Baseballsport“, so Udo Schmitz, Vorsitzender der Capitals. „Die Heideköpfe sind verdient Deutscher Meister geworden, sie waren über die Serie hinweg das bessere Team, herzlichen Glückwunsch. Dass unser Team es wieder ins Finale geschafft hat, war nicht unbedingt zu erwarten bei den vielen Verletzungen in der Saison. Also Hut ab vor den Capitals, die bis zuletzt gekämpft haben.“

Heidenheim hatte sich den Matchball auf fremdem Feld am Samstag durch einen 7:2 Sieg geholt. Dabei war das Ergebnis enger als es aussieht, den Unterschied machten Homeruns. Zwar gingen die Heideköpfe schnell mit 1:0 und später 5:0 in Führung, aber die Capitals hatten ihre Chancen. Beim Stand von 5:2 hatten sie Läufer auf den Bases und das Unentschieden stand an der Homeplate, aber es reichte nicht zum Punkt. Die Heideköpfe hatten vor allem per Homerun gepunktet: Simon Gühring zum 1:0 und Gary Owens mit Three-Run-Homerun zum 4:0. Die Bonner kamen durch Punkte von Nick Miceli und Wilson Lee heran, aber nicht entscheidend näher. Da half auch der tolle Tag von Chris Goebel nicht, der drei Hits schlug und ebenso wie Eddie Stommel offensiv wie defensiv gut drauf war. Den Deckel drauf machte Heidenheim dann im achten Inning erneut per Homerun zum 7:2 Endstand.

Für die Capitals hieß das Ergebnis: Sie mussten am Sonntag unbedingt gewinnen, um die Chance auf die Titelverteidigung zu wahren. Es war ein zähes Ringen, das sich auf dem Feld entwickelte. Bonns Zach Dodson knüpfte nahtlos an die hervorragende Leistung vom letzten Sonntag an, ließ zwar einige Hits zu, aber in den entscheidenden Momenten hielt er die Heidenheimer Offensive kurz. Die Bonner Offensive erarbeitete sich einige Chancen gegen Pitcher Justin Erasmus, hatte zum Beispiel schon im ersten Inning Bases loaded. Zum Punkt reichte es nicht. Der kam dann im fünften Inning. Nick Miceli kam per Hit auf Base, rückte weiter vor und nach Schlag von Eric Brenk erzielte er das 1:0. Brenk war an diesem Tag neben Dodson der beste Bonner, er kam auf vier Hits und zwei RBI. Das knappe 1:0 hielt stand – bis zum achten Inning. Nach drei Hits und zwei Walks erzielten die Heideköpfe gleich drei Runs und führten auch im neunten Inning noch 3:1. Doch die Capitals gaben nicht auf. Nick Miceli und Eddie Stommel kamen auf die Bases, Miceli punktete dann kurz darauf und der Ausgleichpunkt stand auf der zweiten Base. Den letzten Schlag der Serie konnte Chris Goebel aber nicht am Infield der Heidenheimer vorbeibringen. Insgesamt muss man konstatieren, dass es der Bonner Offensive in der Serie an Durchschlagskraft gefehlt hat. So gewann Heidenheim die Meisterschaft mit einem 3:2 Sieg.

Die Bonner Spieler ließen wie gesagt nur kurz die Köpfe hängen. Chris Goebel: „Es waren zwei gleich starke Teams, die eine gute Serie gespielt haben. Heidenheim hatte eine starke Offensive, die Homeruns haben uns Punkte gekostet und sie hatten auch etwas mehr Glück, was auf dem Niveau den Unterschied machen kann. Nach unserer Saison hätte niemand gedacht, dass wir ins Finale kommen, aber wir sind stark zurückgekommen und zufrieden mit der Saison.“ Max Schmitz blickte auch auf eine hart umkämpfte Serie. „Wir hatten unsere Chancen und mit Zach Dodson einen überragenden Pitcher. Unsere Mannschaft hat in jeder Situation gekämpft. Aber der Gegner hatte in den passenden Momenten stets die richtige Antwort, während wir die entscheidenden Hits nicht geschafft haben.“ Headcoach Alex Derhak war jedenfalls stolz auf sein Team. „Das liebe ich so an meinem Team, sie geben nie auf und kämpfen bis zum Ende. Wir sind wieder einmal als echtes Team aufgetreten.“

Fotos: Thomas Schönenborn