Champions der Herzen

Es ist der größte Erfolg für die Bonn Capitals und mit der größte für den deutschen Baseball, nur das I-Tüpfelchen hat gefehlt: Die Capitals unterlagen im Endspiel um den Champions Cup dem Team aus Parma knapp mit 4:6. Irgendwie sprang an diesem Abend in Ostrava der Funke nicht über, der die Mannschaft durchs Turnier getragen hatte. Doch ganz Baseball-Deutschland hat mitgefiebert und bestätigt: Es ist eine phänomenale Leistung, die das ganze Team in dieser Woche aufs Feld gebracht hat und alle  können erhobenen Hauptes nach Bonn zurückkehren.

Es begann furios, so wie die Capitals in diesem Turnier fast immer aufgetrumpft haben: Schon im ersten Inning gingen sie mit 3:0 in Führung nach Runs von Joe Wittig, Terrell Joyce und Daniel Lamb-Hunt. Doch der erste Rückschlag folgte sofort: Nach nur wenigen Würfen musste Starting Pitcher Sascha Koch, der im ersten Spiel des Turniers der Siegpitcher gegen Parma war, den Mound verletzt verlassen. Das feuchte Wetter an diesem Abend tat seiner Schulter nicht gut. Fortan musste Headcoach Max Schmitz improvisieren, denn viele frische Arme gab es nicht mehr. Doch auch wenn in der Folge Christian Tomsich und Sammy Steigert insgesamt sechs Runs hinnehmen mussten, so ist ein Ergebnis von 3:6 nicht unmöglich aufzuholen. So hatten die Capitals mit ihren „big bats“ (so kommentierten die Niederländer) bisher immer eine Antwort parat. Schließlich schafften die Bonner in diesem Turnier in fünf Spielen insgesamt 56 Hits und elf Homeruns.

Doch die Bonner Offensive war zunächst vom Ausscheiden ihres Pitchers geschockt und hatte dann bis auf einen Homerun von Terrell Joyce dem italienischen Pitching wenig entgegenzusetzen. Es fehlte immer das letzte Quäntchen zum erfolgreichen Hit. Zwar hielt der in diesem Turnier offensiv wie defensiv überragende Wilson Lee dann auch die italienische Offensive in Schach. Doch Bonn kam nicht mehr heran. Heidenheim siegte bei diesem Turnier im Spiel gegen den Abstieg und sicherte damit den zweiten Startplatz für Deutschland.

Die Capitals haben als europäischer Vize-Champion etwas erreicht, was einer deutschen Mannschaft zuletzt 2010 gelungen war (Heidenheim). Und die Capitals sind die Champions der Herzen. Fans aus ganz Deutschland schickten ihre Glückwünsche, auch der Deutsche Baseball und Softball Verband war begeistert: „Trotz der knappen Niederlage, herzlichen Glückwunsch zum grandiosen Champions Cup. Es war eine Freude mit euch mitzufiebern und die Teams aus NED und ITA mal in die Schranken zu weisen. Ihr könnt stolz sein“, schrieb Philipp Würfel, Leiter Spielbetrieb des DBV. 

Auch wenn es schwer ist, diese Niederlage zu verdauen, so stellt Max Schmitz in seinem Fazit fest: „Wir wissen, wir haben ein Bombenturnier gespielt und haben Bonn eindrucksvoll auf die europäische Baseball-Landkarte gesetzt. Ich danke meinem Team für diese tolle Reise.“ Sein Vater, Capitals-Vorsitzender Udo Schmitz sagte: „Eine großartige Leistung des ganzen Teams. Wenn Wunsch und Wille zusammenkommen, dann kann Großes passieren. Das hat uns dieses Team gelehrt. Danke Jungs – ihr habt uns inspiriert, ihr habt uns fasziniert, ihr habt uns berührt.“

Fotos: Ladislav Svencik, Pavel Chorobik / Grafik: Max Paulus

Zitat aus Dutch Baseball Hangout:

„This Dutch-German matchup appeared to become a victory for Curaçao Neptunus, but once again the big bats of the Bonn Capitals came to the rescue for a totally unexpected Capitals win. With a four-run first inning, Curaçao Neptunus appeared to be the one Dutch team to have an answer to the big surprise of the tournament so far: the Bonn Capitals. What likely nobody expected, happened. When the Capitals scored its second run in the sixth inning, there was still nothing to worry about. But in the seventh inning, Bonn’s offense exploded. Once again the Germans used the long ball to score their runs. Once again, Lee Wilson hit a jack, a leadoff solo shot. Singles by Eric Brenk and Joseph Wittig drove in two more runs. And with that the offensive drive of the Germans wasn’t over yet. After Vincent Ahrens doubled and put runners in scoring position, Terrell Joyce hit a three-run home run to give the Capitals an 8-6 lead. And even though manager Jaarsma had his best pitchers available, they could not stop the Germans.“

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