Die erste echte Prüfung

Vor einer größeren Aufgabe als bisher stehen die Bonn Capitals am Samstag im hohen Norden: Dann spielt der aktuelle Tabellenführer der Bundesliga Nord gegen Verfolger Dohren Wild Farmers. Die sind mit vier Siegen in die Saison gestartet und wollen gerade zu Hause nachlegen. Die Capitals sind also gewarnt.

Bei 5:1 steht die Bilanz der Dohrener mittlerweile, denn überraschend unterlagen sie letztes Wochenende in einem wilden Spiel in Köln mit 15:16 gegen die Cardinals. Doch insgesamt haben die Wild Farmers gezeigt, dass sie seit einigen Jahren zu den stärksten Teams im Norden gehören. Sie konnten viele Spieler halten und weiter ein schlagkräftiges Team formen. Einer der Leader ist Allrounder Edvardas Matusevicius – Pitcher, Outfielder und einer der besten Offensivkräfte des Teams. Nach den Spielen gegen Hamburg wurde der Litauer zum Spieler der Woche in der Baseball Bundesliga gekürt, denn dort gelangen ihm unter anderem ein 3-Run-Homerun und ein Grand Slam Homerun und er holte sich auch noch als Pitcher einen Win. Zu beachten sind offensiv auch Orlando del Muro, Wester Bocio Cabral und Caleb Fenimore. Die Schwächen der Dohrener liegen wohl im Pitching, vor allem in der Tiefe des Kaders.

Für die bisher so überragende Bonner Offensive ist das natürlich eine gute Chance, auch gegen die Dohrener erfolgreich zu sein. 79:2 Runs nach sechs Spielen sprechen eine deutliche Sprache. Der Schlagdurchschnitt des gesamten Teams liegt bei .434, also mehr als 43% der Schlagchancen werden genutzt. Damit liegen sie weit vor den Verfolgern Dohren und Paderborn. Voran gehen dabei Wilson Lee (Schlagdurchschnitt .727, 16 Hits, 17 RBI, drei Homeruns, zehn Runs), Kevin van Meensel und Lennart Weller, aber alle anderen haben ihre Statistiken ebenfalls nach oben geschraubt. Wieviel Respekt und Probleme die Gegner haben, zeigt auch die Anzahl der Walks, wenn also der Schlagmann nach vier ungenauen Würfen an die erste Base darf: Eric Brenk mit neun, van Meensel und Nick Miceli mit je acht Walks weisen hohe Werte auf. „Natürlich wollen wir offensiv nachlegen“, so Spielertrainer Wilson Lee. „Aber wir erwarten schon größere Gegenwehr als bisher.“

Für das Pitching der Capitals, das bisher fast nichts zugelassen hat, kommt es darauf an, auch gegen eine nun stärkere Offensive zu bestehen. Doch sowohl Sascha Koch als auch Zach Dodson haben das schon ausreichend bewiesen. Zurück ist auch Maurice Wilhelm, der in dieser Saison aufgrund gesundheitlicher Probleme nicht mehr im Feld spielt, aber eben auf dem Mound steht. Die anderen Pitcher wie Philipp Racek oder Nico Weber mussten in der Bundesliga noch gar nicht eingreifen, weil die Capitals viele kurze Spiele hatten. Es ist aber davon auszugehen, dass sie bald ihre Einsätze bekommen. Bisher zeigen sie in der 2. Bundesliga sehr gute Leistungen.

Foto: Thomas Schönenborn

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