Zwei Heimniederlagen, die weh tun

21. August 2016

Das Wochenende hatten sich die Bonn Capitals anders vorgestellt: Mit zwei klaren Heimniederlagen starteten sie vor insgesamt 1.200 Zuschauern in die Playoff-Halbfinals gegen die Legionäre Regensburg. Hatten sie sich in Spiel 1 noch aus dem Konzept bringen lassen, so fanden sie heute nie zu ihrem Spiel und so lauteten die enttäuschenden Ergebnisse 4:14 und 2:14.

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B.K. Kang und Kai Gronauer legten sich mit dem Umpire an und mussten vom Feld.

Ein turbulentes Spiel war der Auftakt in die Halbfinals zwischen den Bonn Capitals und den Legionären aus Regensburg am Samstag. Bonn trat zunächst souverän und fokussiert auf und ging im zweiten Inning 3:0 in Führung. Maurice Wilhelm schlug einen Homerun zum Auftakt, Chris Goebel und Lennart Weller punkteten nach ihren erfolgreichen Schlägen und einem Hit von Vinnie Ahrens. Alle waren sehr konzentriert und spielstark. Doch im vierten Inning brachten die Regensburger viel Aufregung ins Spiel, mit der sie erreichten, was sie wollten – sie brachten die Bonner aus dem Konzept.

Erst wurde der Spieler B.K. Kang vom Umpire des Feldes verwiesen, weil er nicht aufhörte, über einen Strike-Call zu diskutieren – danach wurde er noch handgreiflich. Das brachte Coach Kai Gronauer aufs Feld, der den Umpire lautstark anschrie und ebenfalls vom Platz flog. Vorher warf er noch jede Menge Schläger aus dem Dugout aufs Feld, auf dem sich noch die Bonner Spieler befanden. Bereits im Inning zuvor hatte Gronauer den Schlagrhythmus der Bonner gestört, indem er mehrfach mit den Schiedsrichtern über eine Entscheidung diskutierte, die bereits einige Minuten zurücklag. Viel Hektik, viel Aufregung, und neue Schlagkraft der Regensburger waren das Ergebnis. Sie gingen noch im vierten Inning mit 5:3 in Führung. Bei den Capitals ging nun nichts mehr, wenige Hits, viele Fehler, und so war die Niederlage spätestens im siebten Inning klar, als es 8:3 stand und Bonn sichtlich aufsteckte. „Leider haben wir uns völlig aus dem Konzept bringen lassen und dann viele Fehler gemacht. Hätten wir uns weiter auf uns und unser Spiel konzentriert, wäre es anders gelaufen“, so Sportdirektor Florian Nehring. Den Bonnern fehlte am Ende ein Stück Abgebrühtheit, die gerade in den Playoffs so wichtig ist.

In Spiel 2 lief von Anfang an wenig zusammen. Pitcher Wilson Lee hatte nicht seinen besten Tag, warf viele Balls und kassierte insgesamt sechs Walks in gut vier Innings. Ihn löste Maurice Wilhelm bereits Anfang des fünften Innings ab. Doch auch am Schlag wollte nichts klappen. Nur fünf Hits brachten die Capitals in die Statistiken, wobei Spielertrainer BJ Roper-Hubbert mit einem Double und einem weiteren Hit noch der beste war. Er und Daniel Lamb-Hunt erliefen die beiden Runs des Spiels. Regensburgs Pitcher Clayton Voechting warf gut, aber nicht übermächtig. Dennoch hielt er die Offensive der Capitals gut in Schach. In seiner eigenen Offensive waren wie schon tags zuvor Chris Howard und Ludwig Glaser die schlagstärksten Legionäre. Bei 2:14 war nach sieben Innings Schluss. „Ich bin vor allem enttäuscht, dass wir uns vor heimischem Publikum nicht mehr aufgebäumt und gegen die Niederlagen gestemmt haben“, schüttelte Florian Nehring am Sonntag den Kopf. Für die Capitals heißt es nun: Alles weitere gewinnen, sonst ist wieder einmal im Halbfinale Schluss. Alle drei möglichen Spiele finden allerdings nächstes Wochenende in Regensburg statt. „Da brauchen alle Spieler schon zwei Sahnetage, um das noch umbiegen zu können. Das wird sehr schwer“, so Vorsitzender Udo Schmitz, der ebenso wie die Fans mit einem 0:2 Rückstand nicht gerechnet hatte.

Fotos: Frank Lambertz

 

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