Standortbestimmung

12. April 2019

Zu Beginn dieser Woche war die stimmungsvolle Saisoneröffnung vom Samstag noch in aller Munde, bei den Capitals und bei den Gästen waren sich alle einig: Die Flutlichtpremiere war in jeder Hinsicht ein Erfolg. Doch jetzt richtet sich die Aufmerksamkeit des Teams und von Headcoach Alex Derhak voll auf den nächsten Gegner, die Solingen Alligators. Am Sonntag (12 und 15:30 Uhr) geht es in die Klingenstadt, und die Spiele werden ein echter Prüfstein.

Solingen ist mit vier Siegen und gleich 46 Runs in die Saison gestartet, keine Frage also, dass die Alligators mehr als zufrieden sind. Allerdings hatten sie mit Bremen und Köln auch leichte Gegner. Deshalb sind die Spiele gegen die Capitals auch für das Team von Wayne Ough eine gute Standortbestimmung. „Endlich mal wieder gegen Bonn gewinnen“, ist das Ziel der Solinger, die 2018 alle sechs Partien verloren hatten. Im ersten Spiel bekommen es die Solinger mit Sascha Koch auf dem Wurfhügel zu tun. „Gegen ihn sehen wir einfach nie gut aus“, sagte Nils Hartkopf dem Solinger Tageblatt. „Es ist an der Zeit, diesen Bann zu brechen.“ Da hat Bonns Pitcher aber ganz andere Pläne.

In seinen ersten beiden Saisonspielen hat Sascha Koch wieder einmal gezeigt, welche Fähigkeiten er hat und wie schwer es für jeden Gegner ist, gegen ihn zu punkten. Hamburg und Dohren haben das nicht geschafft, beide Male gelang Koch ein Shutout, also keine Punkte für den Gegner. Dabei sammelte er bereits 17 Strikeouts und ließ gegen Dohren nur einen einzigen Hit zu. Koch ist also wieder die Zuverlässigkeit in Person  und will auch den Solingern zeigen, wer Herr der Defensive ist. In Spiel 2 wird es spannend, wie sich Bonns neuer Pitcher Zach Dodson gegen die starke Offensive der Alligators schlagen wird. Seine Leistungsstärke lässt sich noch nicht klar bewerten. In Hamburg lief es nicht so gut, gegen Dohren hatte er alles im Griff. Die Bonner Defensive insgesamt steht sicher und macht die meisten Angriffsversuche zunichte.

Offensiv taten sich zuletzt Eric Brenk und Adrian Stommel hervor. Brenk kam am Sonntag bei jedem seiner At-Bats auf die Base und beendete das jedes Mal mit einem Punkt, erzielte also gleich fünf der zwölf Runs der Capitals. Stommel stand dem kaum nach, sammelte vier Hits, zwei Runs und schlug drei Kollegen nach Hause. Auch Maurice Wilhelm trug drei Hits zum 12:2 Erfolg bei und gehört mit Chris Goebel und Danny Lankhorst  ebenfalls zu den schlagstärksten Capitals der ersten vier Spiele. Dennoch gilt für die gesamte Offensive,  dass sie sich gegen starke Pitcher bewähren muss. In Solingen werden ihnen Giovanni Tensen und Spielertrainer Wayne Ough gegenüberstehen. Nach der Rückkehr von Wilson Lee zu den Capitals hat der 40-jährige Australier Ough noch einmal die Rolle als Starting Pitcher für Spiel 2 eingenommen. Für Lee werden die Spiele in Solingen sicher etwas Besonderes sein, auf dem Mound steht er in Bonn aber eher nicht, sondern will vor allem seine Offensivkraft zeigen.

Foto: Thomas Schönenborn