Interleague Games ab 2017

31. August 2016

Unerwartet klar mit drei Niederlagen sind die Bundesligabaseballer der Capitals im Halbfinale um die Deutsche Meisterschaft gegen die Legionäre Regensburg gescheitert – Mainz ist der andere Finalist. Dabei waren Team und Trainer vorher sehr zuversichtlich, dass dieses Jahr das Finale drin ist. Ein Gespräch zwei Tage danach mit Headcoach BJ Roper-Hubbert und Sportdirektor Florian Nehring.

Bonn war klar dominierend in der Saison und war dann chancenlos gegen Regensburg. Was ist passiert?

Roper-Hubbert: Die Legionäre haben sehr gut gespielt, haben als Team hervorragend funktioniert. Es hat für das Team keine Rolle gespielt, wie groß die Drucksituation war, wer ihnen auf dem Mound gegenüber stand, sie konnten in allen Situationen ihren besten Baseball spielen. Wir hatten ein paar schlechte Innings. Im dritten Spiel zum Beispiel haben wir voll auf Augenhöhe gespielt, aber das sechste Inning hat uns die Niederlage eingebracht. Im ersten Spiel hat uns das turbulente vierte Inning das Genick gebrochen. Regensburg hat unsere Fehler gnadenlos ausgenutzt. Im Halbfinale stehen die besten vier Teams in Deutschland, da kann man auch ein Spiel verlieren. Aber die beiden Niederlagen in Bonn haben weh getan.

Versagen den Capitals in den Playoffs die Nerven? Oder anders gefragt: Was muss in der nächsten Saison anders laufen?

Nehring: Wir können es nicht wirklich erklären, was passiert ist. Der team spirit stimmt, die Spieler waren gut vorbereitet und haben ja im Viertelfinale ihre Topleistung abgerufen, da war der Druck auch schon da. Ja, wir sind enttäuscht, weil wir mehr wollten, aber das Erreichen des Halbfinales ist eine sehr gute Bilanz. Wir haben eine überragende Saison gespielt, darauf können Mannschaft und Verein stolz sein. Welcher Bundesligist schafft es schon ins Halbfinale der Playoffs? Trainings- und Saisonaufbau haben gepasst. Wir müssen unsere Topleistung beim nächsten Mal auch im Halbfinale abrufen, um uns für eine tolle Saison zu belohnen.

Würde es helfen, während der Saison schon gegen mehr starke Gegner zu spielen? Die Bundesliga Nord gilt insgesamt als schwächer als der Süden.

Roper-Hubbert: In jedem Fall. Mehr Spiele gegen starke Gegner, das begrüßen wir. Da ist es egal, ob du gewinnst oder verlierst, aber du sammelst einfach mehr Erfahrung in engen Spielen und weißt, wie du verlorene Spiele beim nächsten Mal gewinnen kannst. Das erkläre ich meinen Spielern immer wieder, es kommt darauf an, die Automatismen im Spiel jederzeit abrufen zu können. Das ist der Erfolgsfaktor. Und das gelingt umso besser, je öfter du es auch in Drucksituationen erlebt hast.

Die Chance scheint da: Es gibt Pläne des DBV, in der nächsten Saison sogenannte Interleague-Spiele zu machen.

Nehring: Das ist sogar schon fix. Ab 2017 wird erst die normale Hauptrunde in Bundesliga Nord und Süd gespielt, dann qualifizieren sich jeweils die ersten vier Teams für die Interleague-Spiele – wir würden also gegen alle vier Südteams spielen, unsere Punkte gegen die drei Nordgegner nehmen wir aus der Hauptrunde mit. Danach spielen die jeweils Erst- und Zweitplatzierten Halbfinale, das Viertelfinale fällt weg.

Roper-Hubbert: Wir finden dieses neue Format sehr gut. Wir sehen mehr andere Plätze und andere Teams und man kann sich auch mal eine Niederlage erlauben – aus der wir natürlich lernen (lächelt).

Wie sind die personellen Planungen für die neue Saison?

Nehring: Wir haben die Verträge mit allen Spielern unter Dach und Fach, unser eingespieltes und starkes Team bleibt zusammen. Max Schmitz wird nach seiner Verletzung die Pitcherriege wieder verstärken. Da nächstes Jahr in Spiel 1 nur noch deutsche Pitcher erlaubt sind, auch keine EU-Ausländer mehr, sind wir da sehr gut aufgestellt. Sicher schauen wir uns punktuell nach weiteren Verstärkungen um, aber das ist auch eine Finanzfrage. Mehr Sponsoringgelder würden helfen.

Wilson Lee war in dieser Saison nicht so gut wie im Jahr zuvor. Wird es spezielle Maßnahmen im Winter geben?

Roper-Hubbert: Wilson wird in Deutschland bleiben und im Winter nicht wie sonst in Australien durchspielen. Das wird seinem Wurfarm sehr gut tun. Auch sonst wird unser Wintertraining fast mit der kompletten Mannschaft stattfinden, und wir werden genauso fokussiert arbeiten wie zuletzt.

Das Gespräch führte Angela Beckmann

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