Noch ein Sieg. Mehr trennt die Bonn Capitals nicht mehr vom vierten deutschen Meistertitel der Vereinsgeschichte. Nach drei Spielen der Finalserie gegen die Guggenberger Legionäre Regensburg führen die Capitals mit 2:1. Am Samstag, 26. September, um 14 Uhr kommt es auf dem Dedecke Field in der Rheinaue zu Spiel 4 – und damit zu einer Partie, die für Bonn bereits Meisterschaftscharakter hat. Gewinnen die Capitals, ist der Titel perfekt. Gewinnen die Legionäre, steht am Sonntag ein alles entscheidendes Spiel 5 an.
Es ist der passende Schauplatz für den Höhepunkt einer langen Saison. Die Capitals haben sich über Monate die Ausgangsposition erarbeitet, nun kehrt die Finalserie für die entscheidende Phase zurück nach Bonn. Rund um das Dedecke Field wird am Samstag alles auf einen besonderen Baseball-Nachmittag ausgerichtet sein. Und erstmals in dieser Finalserie haben die Capitals wieder ihre eigenen Fans im Rücken.
Dabei hätte die Ausgangslage nach den ersten beiden Wochenenden kaum spannender sein können. Bonn erwischte den besseren Start und setzte sich im ersten Finalspiel mit 4:1 durch. Markus Solbach lieferte dabei eine herausragende Vorstellung ab und absolvierte die kompletten neun Innings. Nur vier Hits und ein Run standen am Ende zu Buche, dazu sieben Strikeouts. Offensiv sorgte unter anderem Simon Bäumer mit einem Two-Run-Homerun im achten Inning für die Entscheidung.
Das ursprünglich für den folgenden Sonntag angesetzte zweite Spiel fiel anschließend dem Wetter zum Opfer. Starker Regen machte eine Austragung in Bonn unmöglich – die Finalserie wurde kurzerhand neu sortiert und Spiel 2 nach Regensburg verlegt. Was zunächst wie ein möglicher Nachteil wirkte, beantworteten die Capitals sportlich.
In Regensburg gewann Bonn auch das nachgeholte zweite Spiel mit 4:2 und ging damit mit 2:0 in der Serie in Führung. Niklas Rimmel hielt die Offensive der Gastgeber über acht Innings bei zwei Runs, bevor Dovydas Neverauskas im neunten Inning den Sieg unter Dach und Fach brachte. Daniel Lamb-Hunt sorgte mit einem Three-Run-Homerun im sechsten Inning für den entscheidenden offensiven Moment.
Damit hatten die Capitals am Sonntag bereits den ersten Matchball. Doch Regensburg zeigte, warum die Legionäre nicht zufällig im Finale stehen. Die Gastgeber erwischten in Spiel 3 den besseren Start, setzten die Bonner Pitcher früh unter Druck und gewannen schließlich mit 9:5. Bonn zeigte offensiv erneut seine Qualitäten – unter anderem mit Homeruns von Danny Lankhorst und Daniel Lamb-Hunt sowie drei Hits von McCoy Pearce –, konnte die Partie aber nicht mehr drehen.
Die Capitals müssen am Samstag nicht zwingend gewinnen, um deutscher Meister zu werden. Sie müssen lediglich einen weiteren Sieg holen. Regensburg hingegen braucht zwei Siege in Folge, um den Titel noch nach Bayern zu holen. Sollte Bonn Spiel 4 gewinnen, ist die Saison entschieden. Sollte Regensburg ausgleichen, fällt die Entscheidung am Sonntag um 14 Uhr im fünften und letzten Spiel der Serie ebenfalls in Bonn.
Doch trotz der Ausgangslage dürfte niemand bei den Capitals daran denken, bereits einen Blick auf Sonntag zu werfen. Die Aufgabe lautet zunächst ganz klar: Spiel 4.
Und genau darin liegt vielleicht eine der größten Stärken dieser Mannschaft. Schon im Halbfinale gegen die Untouchables Paderborn standen die Capitals nach einer 2:1-Serienführung des Gegners unter Druck. Bonn antwortete damals mit zwei Siegen in Folge und machte den Finaleinzug perfekt. Nun steht erneut ein entscheidendes Wochenende bevor – diesmal geht es nicht um den Einzug ins Finale, sondern um den letzten Schritt zum Meistertitel.
Regensburg wird dabei alles daran setzen, den Schwung aus Spiel 3 mitzunehmen. Die Legionäre wissen, dass sie sich keine weitere Niederlage erlauben dürfen. Gleichzeitig haben die Capitals in den ersten drei Partien bereits gezeigt, dass sie mit der Offensive der Regensburger umgehen können und über verschiedene Wege zum Erfolg kommen. In den beiden Bonner Siegen standen jeweils die Pitcher im Mittelpunkt, während offensiv Spieler wie Lamb-Hunt, Pearce und Bäumer entscheidende Akzente setzten.
Für die Capitals ist es zudem die große Chance, eine starke Saison zu krönen. Bonn beendete die reguläre Saison als Nordmeister und setzte sich anschließend im Viertelfinale mit 3:0 gegen die Stuttgart Reds durch. Im Halbfinale wartete mit Paderborn eine Serie, die über die volle Distanz von fünf Spielen ging. Erst danach stand der erneute Finaleinzug fest.
Das Dedecke Field dürfte deshalb zum Mittelpunkt der Baseball-Saison in Bonn werden. Die Capitals haben sich die Chance erarbeitet, die Meisterschaft auf eigenem Platz zu gewinnen. Noch ist nichts entschieden, noch liegt ein Stück Arbeit vor der Mannschaft. Aber erstmals seit dem Start der Finalserie ist klar: Die Meisterschaft wird in Bonn entschieden werden.
Um 14 Uhr wird der erste Pitch geworfen. Dann zählt nicht mehr, was am vergangenen Wochenende war. Nicht der Sieg in Spiel 1, nicht der Erfolg in Spiel 2 und auch nicht die Niederlage in Spiel 3. Dann beginnt Spiel 4 – und damit die Partie, in der die Capitals den letzten Schritt machen können.
Sollte es anders kommen, wartet am Sonntag das große Finale: Spiel 5, 14 Uhr, Bonn. Dann entscheidet das letzte Spiel der Saison über den Deutschen Meister 2026.
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