Zwei völlig verschiedene Gesichter

6. August 2017

Zwei so völlig unterschiedliche Gesichter an einem Nachmittag haben die Bonn Capitals noch selten gezeigt. In den Spielen gegen die Mannheim Tornados fegten sie zunächst 17:1 über den Südvierten hinweg, um dann ihrerseits in Spiel 2 eine 4:16-Pleite zu erleben. Höhepunkt in Spiel 1 war ein Grand-Slam-Homerun von Kevin Lambertz.

Die Verhältnisse im ersten Spiel in Mannheim waren schnell geklärt. Jeweils zwei Runs im ersten und dritten sowie gleich sechs Runs im vierten Inning sorgten für eine beruhigende 10:0 Führung der Capitals. Dabei schaffte Bonns Topschlagmann Chris Goebel seinen ersten Homerun der Saison, der ihn und Eric Brenk nach Hause brachte. Ein Double von Maurice Wilhelm sorgte für zwei weitere Runs, bevor es für die Capitals gegen die Mannheimer Pitcher endgültig kein Halten mehr gab. Zu den sechs Punkten in Inning 4 zählte ein weiterer Homerun von Maurice Wilhelm, der gleich drei Punkte einbrachte. Der Höhepunkt des Spiels war aber das siebte Inning. Denn da erzielte Kevin Lambertz einen Grand-Slam-Homerun – also als alle Bases besetzt waren und so gleich vier Punkte reinkamen. Das Besondere daran: Lambertz, Stammspieler der 2. Mannschaft und seit einigen Wochen auch im Kader der Bundesliga, erzielte seinen allerersten Hit in der Bundesliga – und das war gleich ein Grand Slam. Das bedeutete den Endstand von 17:1 nach sieben Innings. Mit einem gewohnt starken Sascha Koch im Rücken und einer Offensive in bester Schlaglaune mit Eric Brenk (vier Hits, drei Runs, ein RBI), BJ Roper-Hubbert (vier Hits, drei Runs, 2 RBI) und Maurice Wilhelm (zwei Hits, zwei Runs, fünf RBI) an der Spitze hatten die Mannheimer keine Chance.

Und dann genau das Gegenteil in Spiel 2. Zwar begann es wieder, wie schon letzte Woche gegen Mainz, mit einem Homerun von Maurice Wilhelm zum 1:0, doch dann war in der Defensive der Wurm drin. Sechs Walks, drei Hit by Pitch und vier Hits in knapp drei Innings gegen Bonns Pitcher Wilson Lee sorgten dafür, dass die Tornados mehrfach alle Bases geladen hatten und mit 7:1 in Führung gingen. Und Maurice Wilhelm, der ihn auf dem Mound ersetzte, erging es kaum besser. Allerdings litt er auch unter einigen Fehlern in der Feldverteidigung, so dass das längst fällige dritte Aus im vierten Inning einfach nicht gelingen wollte. Ein deprimierendes 15:3 stand so nach vier Innings zu Buche, 16:4 hieß der Endstand wiederum nach dem frühzeitigen Ende nach sieben Innings. Den fünften Bonner Homerun an diesem Tage hatte Spielertrainer BJ Roper-Hubbert beigetragen. Nicht nur die Fans, auch die Spieler und Betreuer selbst schüttelten den Kopf und verstanden die Welt nicht mehr nach diesen so konträren Leistungen.

Die anderen Teams in der Interleague spielten aber für Bonn. Denn sowohl die Verfolger Mainz (gegen Solingen) als auch Haar (gegen Paderborn) mussten je eine Niederlage einstecken, so dass Bonn weiter sicher Patz 2 belegt. In zwei Wochen geht es zu Hause gegen den ungeschlagenen Spitzenreiter Heidenheim.

Fotos: Thomas Schönenborn

Die Tabelle der Interleague

# Team W L
1 Heidenheim 13 3
2 Bonn 11 5
3 Haar 9 7
4 Mainz 8 8
5 Dohren 6 8
6 Solingen 6 10
7 Paderborn 5 11
8 Mannheim 4 10

Nächste Bonner Spiele:

Samstag, 19. August, 13 Uhr: Bonn Capitals – Heidenheim Heideköpfe

Samstag, 26. August, 13 Uhr: Haar Disciples – Bonn Capitals