Es bleibt die Vizemeisterschaft

Die Bonn Capitals haben die Chance auf einen erneuten Meistertitel verpasst. Im dritten Spiel der Best-of-Five-Serie unterlagen sie den Heidenheim Heideköpfen mit 8:3, die damit ihren Titel verteidigt haben – und erstmals in den vier Jahren gegen die Capitals mit 3:0 Siegen den Sack schnell zugemacht haben. Die Enttäuschung bei den Capitals hielt sich in Grenzen, denn zu viele Unwägbarkeiten hatten diese Corona-Saison geprägt.

Die Vorzeichen waren vor dem Spiel schon nicht gut, denn der etatmäßige Starting Pitcher Sascha Koch, der in Spiel 1 eine starke Leistung gezeigt hatte, konnte verletzungsbedingt nicht auflaufen. Für ihn übernahm Routinier Maurice Wilhelm auf dem Mound. Und die Capitals kamen bei Nieselregen in Heidenheim gut ins Spiel. Nach erfolgreichen Schlägen von Danny Lankhorst, Eddie Stommel und Chris Goebel erliefen Lankhorst und Stommel die 2:0 Führung im dritten Inning. Und die Chance auf den Ausbau der Führung war da, denn alle Bases waren auch danach noch besetzt. Heidenheims starker niederländischer Pitcher Mike Bolsenbroek zog aber den Kopf aus der Schlinge. Die Heideköpfe hatten dagegen in den ersten drei Innings keine Chance gegen Wilhelm. Das sollte sich im vierten Inning ändern, denn da knackte die Heidenheimer Offensive den Bonner Werfer. Gleich fünf Hits gelangen, darunter ein Three-Run-Homerun, und die Heideköpfe hatten den Rückstand in eine 6:2 Führung verwandelt. Noch aber blieb genug Zeit und die Capitals machten sich ans Aufholen, nun mit Eric Brenk auf dem Mound. Im sechsten Inning schaffte Chris Goebel das 6:3 – doch bei der Ausbeute blieb es. Ein erneuter Homerun der Heideköpfe sorgte im achten Inning für die Entscheidung zum 8:3. Den Bonnern hatte auch ein bißchen das Glück gefehlt, denn bei acht Hits im gesamten Spiel hatten sie ebenso viele wie Heidenheim – bei denen aber die hohen langen Bälle über den Zaun flogen. 

„Bei uns lief es in der gesamten Serie nicht wie gewünscht. Und so war Heidenheim das bessere Team und hat verdient gewonnen“, so Sportdirektor Florian Nehring. „Wir können erhobenen Hauptes auf die Saison und unsere Leistung schauen. Schließlich standen wir zum vierten Mal in Folge im Endspiel.“ Im Halbfinale hatten die Capitals ihrerseits klar mit 3:0 gegen Paderborn triumphiert und damit erneut bewiesen, dass sie in der Bundesliga Nord das stärkste Team sind. In der Folge allerdings mussten sie mit den Sperren von Nick Miceli und Kevin van Meensel sowie der Verletzung von Sascha Koch wichtige Ausfälle verkraften. Und die Offensive fand in allen drei Spielen nicht zu ihrer gewohnten Stärke. Da hätten Spieler wie Vincent Ahrens oder Terryll Joyce gut getan, die für diese Saison fest eingeplant waren, aber aufgrund der Saisonverzögerung durch Corona dann in anderen Ländern aufliefen. Und so krönte sich Heidenheim zum Corona-Meister der kurzen dreimonatigen Saison. Die Auszeichnung als bester Schlagmann der Finalserie erhielt Lennart Weller, dem in Spiel 1 vier Hits bei vier At-Bats gelungen waren.

Corona spielte auch im Vorfeld der Auswärtspartie noch eine Rolle. Denn nachdem Bonn am Freitag mit einem Inzidenzwert von 50,6 zum Risikogebiet wurde und Köln, wo einige Bonner Spieler wohnen, sogar einen Wert von 75 aufwies, wollten die Verantwortlichen der Capitals auf die Auswärtsfahrt mit 25 Personen in einem Bus verzichten und hatten angeboten, dass Heidenheim auch mit zwei Siegen zum Meister gekürt werden könnte – der Verband lehnte das allerdings ab. 

Fotos: Thomas Schönenborn

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