Capitals scheitern im Halbfinale

28. August 2016

Die Bonn Capitals haben ein gutes Spiel gezeigt, aber zum Sieg hat es nicht gereicht: Auch das dritte Spiel gegen die Legionäre Regensburg ging mit 4:7 verloren. Der Bonner Baseball-Bundesligist ist damit erneut im Playoff-Halbfinale gescheitert. Die Enttäuschung nach der zuvor überragenden Saison ist groß. „Wir haben in der Halbfinal-Serie nicht unsere Top-Leistung abrufen können, deswegen gehen die Niederlagen in Ordnung“, sagte Sportdirektor Florian Nehring.

Die Bonner hatten sich am Samstag viel vorgenommen und wollten zeigen, dass die beiden hohen Heimniederlagen nur ein Ausrutscher waren. Entsprechend fokussiert begannen sie das Spiel in Regensburg. Gleich im ersten Inning gingen sie mit 1:0 in Führung, nachdem Eric Brenk per Bunt auf Base gekommen war und er später nach einem Hit von Daniel Lamb-Hunt den Punkt machte. Auch das zwischenzeitliche 1:2 glichen die Capitals im vierten Inning durch Maurice Wilhelm aus. Doch im weiteren Verlauf des Spiels fehlte das, was fast die ganze Saison vorhanden war: Vollstreckerqualitäten. Die Statistik zeigte das eindeutig: Bonn hatte 15 Hits gegen die Legionäre-Pitcher zu verzeichnen, Regensburg brachte es auf neun. Doch es konnten eben nur vier Runs nach Hause gebracht werden. Dabei zeigten die Capitals ihre Ausgeglichenheit, die sie so stark macht, denn fast alle Spieler hatten Anteil am Schlagreigen, mit Chris Goebel und Wilson Lee vorneweg. Das entscheidende Quäntchen fehlte am Ende aber.

Die Legionäre erwiesen sich dagegen vor allem im sechsten Inning als überaus effektiv, in dem sie fünf Punkte erzielten. Eine Mischung aus Hits und Fehlern der Bonner Defensive führten zur 7:2-Führung, zu diesem Zeitpunkt schon fast die halbe Miete für einen Sieg. Die Capitals bäumten sich noch mal auf und schafften zwei weitere Runs im neunten Inning, aber das reichte eben nicht. „Die Serie ist in Bonn verloren gegangen, im dritten Spiel haben wir viel besser gespielt und auch Pech gehabt“, so der Vorsitzende Udo Schmitz. „Nach der hervorragenden Hauptrunde hatten wir mehr erwartet, wir wollten dieses Mal ins Finale. Aber Regensburg hat uns auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt, sie waren im entscheidenden Moment voll da. Das ist schon ernüchternd.“

Für die Mannschaft von Headcoach BJ Roper-Hubbert ist die Saison damit früher zu Ende als geplant. Nehring zieht das Saisonfazit: „Natürlich sind wir enttäuscht, dass wir ausgeschieden sind, aber jeder einzelne kann stolz auf sich und die Mannschaft sein. Wir haben eine sehr gute Saison gespielt.“ In den kommenden Tagen und Wochen werden er und die Verantwortlichen der Capitals also schon für die nächste Saison planen.

Fotos: Frank Fries, Frank Lambertz